Der
„Gossauer-Otter“ auf dem Kilimanjaro –
dem höchsten Berg Afrikas (5’892m ü. M.) |
Reisebericht
von Mario Cometti, Grüt b. Gossau/ZH, Teilnehmer des Kilimanjaro-Trekking's
vom November 2003 mit Kaufmann-Trekking, Brunnen.
(Erklärung: Der „Gossauer-Otter“ ist das Wappentier
meiner Wohngemeinde Gossau/ZH)
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Am Sonntag,
2. November 2003 war es soweit, das Projekt
„Kilimanjaro“ wurde nun definitiv und unwiderruflich
in die Tat umgesetzt: Tagwache um 0400h bei Cometti’s
im Grüt, Nach dem letzten schweizer Yogurt, nach dem
letzten „Huskafi“, hiess es Gepäck ins Auto
und ab Richtung Flughafen Zürich-Kloten.
Gemäss Reiseprogramm von Trekkingveranstalter Hanspeter
Kaufmann begab ich mich zur Bye-Bye Bar im Terminal B, wo
ich die anderen 13 Trekker traf, welche ich zum Teil an unserem
Orientierungshöck im August kennengelernt hatte. Es waren
dies Andreas Baumgartner aus Zürich; Verena Blumenstein
Seuzi; Anja Ebnöther aus Genf; Albert Gisler aus Altdorf;
Markus Haldimann aus Uetendorf; Victor Näf aus Melchnau;
René Ryser aus Uetendorf; Maria und Meinrad. Schnüriger
aus Kastanienbaum; Markus Seiler aus Worb; Ernst Staehlin
aus Basel; Isabelle Stump aus Goldau und unsere Führerin
Caroline Krop Kaufmann aus Brunnen, seit kurzem verheiratete
mit Hanspeter Kaufmann und gebürtige Holländerin.
Das
Gepäck wurde eingecheckt, die Flugtickets verteilt und
schon bald verabschiedete sich Hanspeter von uns und übergab
das Kommando definitiv an seine frisch angetraute Ehefrau
und Partnerin Caroline Krop Kaufmann, welche die nächsten
Tage für uns verantwortlich war. Eine Holländerin
als Führerin auf den Kilimanjaro, ja, das kann ja heiter
werden.
Schon
bald sassen wir 13 Trecker plus Führerin Caroline in
der KLM-Maschine KL1952 und auf ging’s, zuerst mal nordwärts
nach Amsterdam; und ab dort mit KL567 wieder südwärts
nach Afrika.
Kurz
nach der „Überquerung“ des Äquators,
mein erster Kontakt mit der südlichen Halbkugel war Tatsache
geworden, wurde der Kilimanjaro-Airport in Tanzania angeflogen.
Dieser Landeplatz für die meisten Kilitouristen liegt
zwischen den Städten Arusha und Moshi, nur wenig südlich
des Äquators.
Schon
bald nach der Landung, die Zollabfertigung verlief reibungslos,
wurden wir von den einheimischen Kaumann-Partnern begrüsst
und zum Shuttlebus vor dem Flugplatzgebäude geführt.
Bus war hier wohl für unsere Begriffe nicht unbedingt
die richtige Bezeichnung. Es war für mich vielmehr ein
Vehikel, welches mich an ein militärisches Transportmittel,
eine Mischung von Lastwagen, Schützenpanzer und Mannschaftswagen
erinnerte.
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Nachdem
alles Gepäck auf dem Dach dieses eben speziellen Vehikels
geladen, mit einer wasserdichten und schweren Plane zugedeckt
und wir alle aufgesessen waren, ging es los, nord- bzw. westwärts
via Moshi nach Marangu. |
Unterwegs
wurde auf Geheiss unserer „Führerin“ Caroline
ein scheinbar ungeplanter Halt veranlasst. Der Grund: war,
dass wir von diesem Standort aus, mit Hilfe des Mondscheinlichts
ein erstes Male unser Ferienziel ausmachen konnten. In der
Ferne war deutlich die weisse Gipfelkappe des Kilimanjaros
in der afrikanischen Dunkelheit zu erkennen. |
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Markus
Seiler, ein ehemaliger Flugingenieur (wie wir aber erst später
in Erfahrung bringen konnten) erklärte uns bei dieser
Gelegenheit, wo wir am Sternenhimmel das Sternbild „Kreuz
des Südens“ erkennen konnten. Dies ist sozusagen
der Polarstern der südlichen Halbkugel bzw. das „Kreuz
des Südens“ gibt die Südrichtung an. Dies
ist gemeinhin das einzige Sternbild der südlichen Himmelskuppel,
welches – wenn überhaupt - den Bewohnern der Nordhalbkugel
unseres Planeten bekannt ist.
„Wer es nicht gesehen hat, für den ist es Sinnbild
des Fernen, Traumhaften unserer südlichen Erde. Wer es
sah, dem mögen die vier hell funkelnden Sterne inmitten
des reinen südlichen Nachthimmels für immer im Gedächtnis
bleiben“. (Maria Schmidt, Astronomin Deutschland).
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| Weiter ging die
holprige Fahrt durch das nächtliche Afrika, durch die kaum
beleuchtete Landschaft bis nach Marangu. Nach rund 1 ½
h Fahrt, es war inzwischen ca. 2300h Ortszeit, passierten wir
das Eingangstor zu unserem Hotel „Marangu Hotel“. |
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Zur Begrüssung
stand bereits Suppe, Tee und Kaffe bereit. Etwas in den Magen,
ja, das tat gut nach dieser doch langen Reise. Zum Glück
ist die Zeitverschiebung nur gerade 2 Stunden, so ist we-nigstens
dieser Teil der Reise mehr oder weniger einfachst zu verkraften.
Es
folgte die Zimmerverteilung, Schlüsselabgabe und schon
bald legten wir uns für unsere erste afrikanische Nacht
zur Ruhe – ein langer Tag ging so um rund Mitternacht
endlich zu Ende.
Ausschnitt aus www.maranguhotel.com:
„The hotel takes its name from the surrounding area.
"Marangu" means "full of water" in the
local Chagga language, and the lush green surroundings demonstrate
the truth of this.
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The
central hotel building was once a farm house, built in the
early 1900s, and is of a charming, old world style. This is
a family-run business, with the consequent attention to detail
one expects.
Guest accommodation is provided in cottages around the grounds.
The cottages are of varied style, and each has its own character.
Several cottages have integral central sitting rooms, which
are popular with small groups travelling together. All rooms
have private bathrooms with bath or shower.” |
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Erst
am nächsten Morgen, es war Montag, der 3. November 2003,
sahen wir, in welch herrlicher Umgebung wir hier „gelandet“
waren. Ein erster Blick aus dem Fenster zeigte mir, dass wir
uns hier in einer sehr schönen Hotelanlage befinden.
Viel Grün, viele Blumen und farbige Bäume. Ebenfalls
die verschiedenen und vielfältigen Tierstimmen, welche
von aussen in das Zimmer drangen, sagten mir, dass ich mich
hier in einer besonderen Gegend befinden muss.
Nach einer Dusche mit frischem und warmen Wasser war ich dann
endgültig wach und bereit, mich zum Frühstückstisch
zu begeben. Alle Kolleginnen und Kollegen unserer Gruppe hatten
die erste afrikanische Nacht ebenfalls bestens hinter sich
gebracht, sahen mehr oder weniger auch ausgeruht aus und genossen
das vielseitige Frühstück in vollen Zügen:
Serials, Eier in allen Zubereitungsformen, Brot, Kaffee, Tee
und viele, viele Früchte.
Nach dem Frühstück gab es die ersten Anweisungen
von Gruppenführerin Caroline. Der heutige Tag gilt gemäss
Programm eigentlich als Ruhe- und Angewöhnungstag. Trotzdem
aber wollen wir ja den Tag nicht einfach so verschlafen und
mit Nichtstun über die Runde bringen. So werden wir heute
zuerst nach Marangu fahren und dort eine Schule besuchen.
Anschliessend steht der Besuch des grossen und vielseitigen
Dorfmarktes auf dem Programm. Schlussendlich werden wir unter
kundiger Führung eines einheimischen Führers zu
Fuss vom Dorf zum Hotel zurückspazieren. |
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Bald
schon ging es also los, mit 2 Geländefahrzeugen in Richtung
Dorf bzw. der Schule von Marangu. Dort angekommen, wurden
wir erst mal über die Schule orientiert. So zeigte uns
die Schulleiterin eine grosse Schiefertafel, welche vor dem
Schuloffice, ausserhalb, angebracht war und wo mit Kreide
die Anwesenheiten bzw. Abwesenheiten aller Schüler über
alle Schulklassen geschrieben stand.
Wir besuchten nach dieser kurzen Einführung drei unterschiedliche
Klassen, wo wir jeweils herzlich von den Schülern empfangen
wurden. In der Abschlussklasse wurde uns sogar das Tanzanialied
vorgetragen, welches von den Schülern in mehr oder weniger
strammer Körperhaltung gesungen wurde.
Nach einigen Fotos und der Verabschiedung durch die Schulleiterin
ging es zurück in das Dorfzentrum von Marangu
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Wieder
im Dorfzentrum angelangt, verabschiedeten wir uns von unseren
Jeep-Drivern, wurden in zwei Gruppen mit je einem örtlichen
Führer eingeteilt und ab ging’s in das Gedränge
des grossen Marktes.
Unser Führer erklärte uns, dass dieser Mark hier
auf diesem grossen Platz, mitten im Dorf, mehrmals in der
Woche abgehalten wird. Es werden neben Bananen, Tomaten, Zwiebeln
und getrockneter Fisch auch Kleider, farbige Stoffe und Küchenartikel
verkauft. Wir erfuhren auch, dass hier drei Arten von Bananen
gehandelt werden, nämlich die Banane zum Essen, wie wir
das ja auch kennen, die Koch-Banane für die Küche
und diejenige Banane, welche für die Herstellung des
einheimischen Bananenbieres verwendet wird. |
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Nach
dem Rundgang durch den Markt begaben wir uns auf den Heimweg
zum Hotel. Dieser Weg führte uns durch das eigentliche
Wohngebiet der einheimischen Bevölkerung. Dieses Gebiet
wird v.a. von Bananenbäumen und Kaffeesträuchern
beherrscht. Die sehr einfachen Behausungen der Leute hier
werden aus Mörtel, Holz, Erde und Kuhfladen gebaut und
sind für unsere Verhältnisse „kaum bewohnbar“
eingerichtet.
So konnten wir freundlicher-weise auch einen Blick in die
Behausung unseres örtlichen Führers werfen (siehe
Abbildung links).
Die Familie unseres Führers lebt in zwei sehr einfachen
Häusern. In einem der Häuser wohnen die Kinder,
ist die Küche untergebracht und unter dem gleichen Dach
leben auch 3 Rinder. Das zweite Gebäude wird von den
Eltern bewohnt und besteht aus nur zwei ebenfalls sehr einfachen
Räumen. Wasser gibt es nur vor dem Haus, Elektrizität
gibt es überhaupt nicht. |
Bald schon erreichten wir wieder unser
Hotel. Von ausruhen war aber überhaupt nicht die Rede,
Packen war angesagt. Wir mussten nun unsere total drei Gepäckeinheiten
bereitstellen: Einmal war dies unser eigentlicher Trekking-Tagesrucksack,
unser effektives Trekkingmaterial und ein Gepäckstück,
welches im Hotel zurück blieb (Safari-, Bade- und Heimreisekleider).
Im
Tagesrucksack werden alle unsere persönlichen Dinge verstaut,
welche je nach Situation während des Tages gebraucht
und von jedem von uns sofort selbst behändigt werden
müssen (Regenschutz, Sonnencreme, Ersatzwäsche,
Mittagslunch, pers. Esswaren, Fotoausrüstung usw.). Das
effektive Trekkingmaterial, ebenfalls separat verpackt und
tagsüber vom persönlichen Träger getragen und
ausser Reichweite, enthält z.B. Schlafsack, Reservewäsche,
Reserveschuhe, Nachtutensilien, Winterkleider für die
Gipfeletappe usw. Das dritte Gepäckstück, welches
im Hotel unter Verschluss eingestellt wird, enthält alles
jene Material, welches für das eigentliche Trekking nicht
benötigt wird (Badehose, Strandkleider, Nach-Haus-Kleider
usw.).
Neben
dem Packen genossen wir aber auch noch den grossen Hotel Park
und die Sonne, ich schrieb meine ersten Karten, Fotos wurden
geschossen und immer wieder schweiften unsere Blicke auf den
in der Ferne sichtbaren Kibogipfel. Jeder von uns stellte
sich immer wieder die Frage: Schaffe ich den Gipfel –
oder?
Schon
neigte sich der erste „afrikanische Tag“ dem Ende
entgegen und wir gehorchten dem Tagebefehl von Caroline und
fanden uns im Speisesaal für das Nachtessen ein. Es war
so quasi das Abschiedsessen aus der Zivilisation, es war aber
was uns da angeboten war auch zugleich fast ein Festessen.
Nach dem Essen trafen wir uns alle noch zum Schlummertrunk
in der englisch angehauchten Teestube. Nach und nach verschwanden
alle ab zum Schlafen, unsere vorläufig letzte Nacht in
einem normalen Bett. Leider war aber alles andere als guter
Schlaf angesagt. Nein, es war nicht die Vor-Unruhe, welche
uns vom Schlaf abhielt, es war ein heftiges Gewitter mit fast
monsunartigem Regenguss. Es haute nieder wie aus grossen Kübeln.
Der Blick aus dem Fenster liess nicht Gutes erahnen: Welche
trüben und v.a. feuchten Aussichten auf unseren morgigen
Starttag. So um Mitternacht konnte auch ich endlich einnicken
und den nötigen Schlaf finden.
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Mit dem eher ungemütlichen, elektronischen
Weckruf meiner Uhr begann der Dienstag, 04. November 2003,
der nun endgültige Count-Down meines Kili-Abenteuers
wurde in Gang gesetzt. In vollen Zügen genoss ich die
letzte warme Dusche in vollen Zügen. Zum Glück
wusste ich von meinen Nepalerfahrungen, was speziell in
Sache Dusche, Wasser und Waschen so auf mich zukam –
und erstaunlicherweise erschütterte mich dies überhaupt
nicht!
Beim
Frühstück war eine gewisse Spannung und Nervosität
echt spürbar. Während und nach dem Frühstück
gab es die letzten Instruktionen von Caroline. Es hiess nun,
die Zimmer zu leeren, alles Gepäck an die verlangten
Orte zu bringen und die Zimmerschlüssel im Hoteloffice
abzugeben.
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Der
nächste Treffpunkt der Gruppe war nun just vor der Rezeption.
Schon bald war die ganze Gruppe anwesend und harrte der Dinge
die nun kommen mussten. Als erstes wurde uns von Caroline
unsere Träger- und Küchenmannschaft vorgestellt
– total 31 Personen. Diese doch nicht kleine Mannschaft
wird uns die nächsten 6 Tage „am Berg“ begleiten,
versorgen und für das allgemeine Wohl unserer Gruppe
besorgt sein. Chefführer dieser Gruppe ist Valerian,
welcher uns auch als eigentlicher Bergführer zur Seite
stand. |
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Ganz speziell wurde jedem von uns der persönliche
Träger vorgestellt, welcher für die kommenden Tage
für das persönliche Material verantwortlich ist.
Mit einem Handschlag begrüsste jeder von uns seinen persönlichen
Träger. Leider aber können die wenigstens so gut
Englisch, dass sich ein Gespräch entwickeln konnte –
eigentlich schade.
Nach
der Verteilung des ersten Kili-Lunchpaket’s, drei unserer
Kollegen fassten noch die speziellen Kibo-Wanderstöcke,
ging’s schon bald zu den bereitstehenden zwei Geländefahrzeugen,
welche uns in einer ca. 20 Min. dauernden Fahrt quer durch
das Dorf Marangu zum Parkeingang (1’970 m) des Kilimanjaro
Nationalparks transportierten.
Hier
wurden von Caroline die letzten administrative Formalitäten
für unsere Gruppe verlangt, auch mussten die Parkgebühren
entrichtet werde. Zudem musste jeder von uns Trekker sich
selbst im grossen „Park-Eintrittsbuch“ mit Name,
Beruf, woher, Alter usw. eintragen.
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Endlich,
endlich ging’s dann los. Mit der Passierung des Marangu-Gate’s
waren wir endgültig auf dem Weg zum Kilimanjarogipfel
unterwegs. Caroline gab nochmals die ganz klare Weisung durch,
dass sie immer an der Spitze ist, dass das Überholen
nur für das Austreten oder Fotografieren erlaubt sei.
Ein weiteres grosses Staunen, ja sogar Raunen, löste
in der Gruppe das Tempo aus, welches Caroline nun anschlug.
Allerdings von Tempo konnte keine Rede sein, es war so quasi
ein Prozessionsgang. Caroline setze das Pole – Pole
mehr als nur 1 : 1 um. Was einige von uns - ehrlich gesagt
- anfänglich fast ein wenig belächelten, stellte
sich aber bis zum Ende des Trekks als DAS Erfolgsrezept unseres
Gipfelerfolges heraus – aber davon später. |
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Zu erwähnen
ist noch, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten bzw.
Wege gibt, den Kilimanjaro zu besteigen. Der aber wohl einfachste
und auch populärste Weg ist die von „Kaufmann-Trekking“
gewählte Marangu-Route. Diese Normalroute verlangt keinerlei
bergsteigerische Qualitäten oder Erfahrungen und kann
im Normalfall von jedem gut trainierten, konditionell starken
und gesunden Wanderer bestiegen werden.
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1.
Etappe
Die 1. Etappe führte uns vom Parkeingang, dem Mandara-Gate
(1’970m), durch den Regenwald zu den Mandara-Hütten
(2’725m), ca. 10 km, ca. 4 ½ Std. Marschzeit.
Der
Bau dieser Zeltdachhütten wurden von der norwegischen Regierung
als Entwicklungshilfe finanziert. Es sind dies für die
Touristen 5 Hütten für je 8 Personen und eine grosse
Hütte mit Essraum für rund 50 Personen sowie im oberen
Stock ein Schlafraum für rund 24 Personen. |
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Kaum
angekommen werden die Zimmer verteilt, die Zimmer bezogen,
trockene und wärmere Kleider angezogen und schon geht’s
nochmals los auf eine kurze, abendliche Rundwanderung zum
Maundi-Krater (2’775m ü.M.). Diese ca. 1 Stunde
dauernde Sonnenuntergangswanderung rundete den heuti-gen ersten
Trekkingtag ab.
Nach
einem üppigen Nachtessen, zubereitet von unserer eigenen
Küchen-Crew, verweilten wir noch eine kurze Zeit im Haupthaus.
Schon bald aber hiess es Zähneputzen und ab in den Schlafsack,
hat-ten wir doch am nächsten Tag die zweite, etwas längere
Etappe, zu den Horombo-Hütten vor uns.
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2.
Etappe (Mittwoch, 5. November 2003)
Das Aufstehen an diesem Morgen war alles andere als angenehm:
Es Regnete und war feucht wie in einer Waschküche - wie
es sich halt am Rande des Regenwaldes so gehört. Die
Frage war nur, hält der Regen an oder hörte es bis
zu unserem Start zur 2. Etappe auf. Die Kili-Götter hatten
erbarmen mit uns und just zu unserem Abmarsch war der Regenfall
zu Ende und auch waren wider die ersten Flecken blauer Himmel
auszumachen.
Wir bewegen uns nun aus dem Regenwald in die Heide- oder Hochheidelandschaft
oder man könnte auch sagen, dass wir uns in die alpine
Savanne begeben. Leicht ansteigend durchwandern wir nun eine
Heidelandschaft. Und......plötzlich erhebt sich der mächtige
Kibogipfel vor uns, und seine Schnee-und Eisflanken werden
von den Strahlen der Sonne beleuchtet. (Jahrelang schenkte
man den Schilderungen der Missionare keinen Glauben und zweifelte
an ihrem Verstand.) Ein überwältigender Anblick!
Gegen Abend, nach rund 15 km und einer Marschzeit von etwas
mehr als 6 Std, erreichten wir unser Tagesziel die Horombo-Hütten
(3’780m), ebenfalls in Form von norwegischen Zeltdachhütten
gebaut.
Wir werden von unseren Trägern und unserer Küchenmannschaft
mit Tee, Guetzli und PopKorn im Haupthaus der Horombo-Hüten
begrüsst. Wir geniessen alle das Sitzen und ausruhen
nach unserer zweiten Etappe und werden uns langsam bewusst,
dass wir schon die Höhe von über 3’700m erreicht
haben.
Caroline orientiert über die Zimmerbelegung und verteilt
auch gleich die Schlüssel. Schon bald suchen wir unsere
Hütten auf, das Gepäck liegt bereits vor den Türen
und es kann „eingezogen“ werde.
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Unmittelbar
in der Nähe der Horombo-Hütte entdecke ich das nur
am Kili vorkommende äusserst interessante Riesenkreuzkraut
(Riesensenecien). Diese baumartige – oder doch nicht?
– Pflanze kann eine Höhe von einigen Metern erreichen
und wird nur alle 50 - 70 Jahre während der Bildung eines
neuen Schösslings blühen.
Nach einem wiederum tollen Trekking-Tag, nach einem vielseitigen
Nachtessen, ging der Tag langsam aber sicher zu Ende und alle
legten sich zur wohlverdienten Nachtruhe nieder. |
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| 3.
Etappe (Donnerstag. 6. November 2003) |
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Die 3. Etappe war als Ruhe- und Akklimatisierungstag vorgesehen.
Der heutige Anklimatisierungstag ist wichtig und kann für
den Gipfelerfolg entscheidend sein. Das Ziel ist es, dem Körper
die ungewohnte Höhe „schmackhaft“ zu machen.
Aufsteigen und wieder auf die Höhe der letzten ohne Probleme
verbrachten Nacht abzusteigen beeinflusst die Akklimatisation
des Körpers positiv.
Wir
wanderten in Richtung des Mawenzis bzw. zum Mawenzi-Sattel
(4’345m) und erreichten so zum ersten Male auf unserer
Tour die 4’000er Höhe. Nach dem Mittagslunch in
vulkanischer Landschaft, mit einem gewaltigen Ausblick auf
den Kilimanjaro, kehrten wir nach 5 Stunden Marschzeit, ca.
10 km Wegstrecke, wieder zurück zu den Horombo-Hütten
(3’780m) und verbrachten eine zweite Nacht in den gemütlichen
Zeltdach-Häuschen - auf wiederum der gleichen Meereshöhe.
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| 4.
Etappe (Freitag, 7. November 2003) |
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Von
den Horombo Hütten (3’780m) zur Kibo-Hütte
(4’750 m), 14 km, ca. 6 ¾ Stunden.
Nach
einer ruhigen Nacht und einem reichlichen Frühstück
brechen wir gegen 8 Uhr auf. Die Vegetation wird immer spärlicher
und hört dann ganz auf - immerhin haben wir nun die 4'000
m erreicht und schon überschritten. Wir passieren auch
schon die letzte Wasserstelle (Last Water Point) und kurze
Zeit später sind wir in der "Mondlandschaft"
zwischen dem Kibo und seinem etwas niedrigeren Pendant, dem
Mawenzi. Die "Mondlandschaft", welche wir gestern
vom Mawenzi-Sattel aus in der ganzen Grösse und Ausdehnung
von Weitem bestaunt haben.
Gegen
Abend erreichen wir die auf 4’780m gelegene Kibo-Hütte,
der Ausgangspunkt zur Gipfeletap-pe. In dieser als Steinhaus
gebauten Hütte, nicht unbedingt sehr einladend, gibt
es ein kleines Ess-zimmer und eine Anzahl von Schlafräumen
mit Kajütenbetten für total rund 60 Personen. Es
gibt hier keine fliessendes Wasser mehr: Die Toilettenanlagen
liegen ca. 100m hinter der Hütte im Südwesten und
sind für diese Lage recht komfortabel und auch sauber.
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In der
Kibo-Hütte ist es eher kalt. Manche Leute haben hier
die ersten gesundheitliche Probleme (Kreislauf-und Atembeschwerden,
Kopfweh). In unserer Gruppe macht sich aber glücklicherweise
nur bei 1,2... Personen Kopfweh bemerkbar. Caroline verteilt
die ersten Kopfwehtabletten, versichert uns aber, dass dies
alles andere als Besorgniserregend ist – alles normal
in dieser Höhe.
Nach dem einmal mehr bestens zubereiteten Nachtessen und „überwachtem“
Teetrinken von mind. drei Bechern ist ab 1900h befohlene Nachtruhe
für alle. Wir möchten ja um 0130h die Gipfeletappe
in Angriff nehmen. Leider spüre ich die Auswirkungen
der drei Becher Tee die ganze Nacht: Viermal ist der Besuch
der Toilette angesagt – oder ist es die Nervosität
auf den Gipfelsturm?
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5. Etappe - Gipfeletappe (Samstag, 8. November
2003)
Die Gipfeletappe – es kam wie es kommen musste: Tagwache
0100h, Abmarsch um 0130h und die anspruchsvolle Gipfeletappe
wurde in Angriff genommen: Etwas mehr als 1’000 Höhenmeter
auf einer Distanz von weniger als 4 km bis zum Vorgipfel,
dem Gilman's Point (5’680m), lagen vor uns.
Die
Aufstiegsspur beginnt gleich unmittelbar hinter der Kibo-Hütte.
Das erste Teilstück führt uns zu der Höhle
Hans Meyer. Hier wird von Caroline der erste Halt „befohlen“.
Es wird getrunken, einige Powerriegel werden auch schon verzerrt
und trotz grosser Anstrengung fallen auch einige Worte.
Weiter
geht’s in engen Serpentinen in der frisch (leicht) verschneiten
Lavahalde nach oben dem „Gilman’s-Point“
entgegen – wie gesagt, rund 1000m Höhenmeter.
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Die
Spitzengruppe, wir haben uns inzwischen in mehrere Leistungs-gruppen
und Grüppchen verteilt, erreicht nach etwas mehr als
5 Stunden den „Gilman’s-Point“ auf 5’685m.
Alle 14 Personen unserer Gruppe erreichten den Gilman’s
Point zwischen 0845h und 0930h – eine tolle Leistung. |
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Aber
damit noch nicht genug. Nach einem kurzen Halt geht’s
weiter zum Hauptgipfel, dem „Uhuru-Peak“, mit
5’892m der höchsten Punkt Afrikas. Ebenfalls die
ganze Gruppe erreicht rund 2 Stunden später den Hauptgipfel
- eine riesige Freude kommt hoch, ja, es fliessen sogar Freudentränen.
Leider
ist das Aussichtswetter nicht unbedingt so prachtvoll wie
man sich das vorstellt, aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt
eigentlich gar nicht so wichtig. Nicht sehr erstaunlich, wenn
man weiss, dass nur gerade 20 - 30% aller Gipfelstürmer
den Hauptgipfel tatsächlich auch erreichen – und
dies auf der doch einfachsten alle Routen, der Mandara-Route.
Ebenfalls ist die Kälte (ca. 12 Minusgrade) nicht unbedingt
angenehm. Auch macht sich bei einigen nun doch das Höhenkopfweh
etwas bemerkbar. |
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Nun
folgte für mich ein sehr spezieller Gipfelakt: Für
einmal hatte ich nicht eine Flasche Gipfel-Wein mit auf den
Gipfel getragen, nein, das ist auf dieser Höhe nicht
zu empfehlen. Ich hatte in meinem Rucksack die Gemeindefahne
von meiner Wohngemeinde Gossau / ZH mitgetragen. Trotz heftigem
Wind konnte ich die Fahne mit Hilfe einiger Mitgipfelstürmer
entfalten - und das Gipfelfoto mit dem Gossauer-Otter wurde
Tatsache. |
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Nach
dem „Gilmans-Point“ geht’s sogar sehr schnell
abwärts. Wir sind zu sechst an der Spitze und folgen
Valerian unserem Hauptführer und bewältigen den
grössten Teil im Lavageröll mit "abfahren".
Der
Gipfelhalt fällt eher etwas kurz aus und nach einigen
Gipfel-Bildern (bei allen scheinen die Foto-Apparate nicht
eingefroren zu sein und die Batterien halten glücklicherweise
auch durch) machen wir uns wieder auf den Rückweg, der
wie sich herausstellt, wesentlich einfacher und angenehmer
ist.
Dies
ist eine Fortbewegungsart im feinen Geröll (fast Sand),
welche mich fast ein wenig an eine Skiabfahrt erinnert. So
erreichen wir schon bald wieder die Kibo-Hütte (4’750m),
unseren Ausgangspunkt kurz nach Mitternacht in der vergangenen
Nacht.
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Nach
dem Umziehen, einer kurzen Erholungspause und dem Mittagessen
geht’s weiter wieder durch die „Mondlandschaft“
in ca. 5 Stunden zu den Horombo-Hütten, wo wir die letzte
Nacht am Berg verbringen.
Dieser
Tag wird wohl für alle unvergesslich und für immer
in bester Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt auch wegen der
Leistung, welche wir alle an diesem Tag absolviert haben:
Rund 30 km in rund 14 Std effektiver Marschzeit und total
gute 3’000 Höhenmeter wurden zurückgelegt
– da darf sicher jeder etwas stolz auf sich sein!
In
besonderer Erinnerung bleiben wird dieser Gipfeltag aber für
unseren Kollegen Rene: Wer kann den schon seinen 40-igsten
Geburtstag auf dem Gipfel des Kilimanjaros feiern bzw. erleben
- feiern war ja nicht gerade angesagt. Herzliche Gratulation
nachträglich nochmals. |
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6. Etappe (Sonntag, 9. November 2003)
Von den Horombo-Hütten (3’780m) zurück zum
Parkeingang (1’970 m), 25 km, ca. 6 ½ Std., anschliessend
Rückkehr ins Marangu-Hotel.
Der
Rest ist nun schnell erzählt. Müde, aber mit dem
Erfolgserlebnis unseres Sieges über den Kibo geht’s
nun mit grossen Schritten stetig abwärts und dem Parkeingang
entgegen. Immer wieder wird stehengeblieben und der Blick
geht zurück zum langsam aber sicher entschwindenden Kilimanjaro.
Auf
dem gleichen Weg erreichen wir gegen Mittag den Parkeingang,
wo sich jeder von uns zuerst wieder aus dem Eintritts-Buch
„austragen“ muss.
Wir
besteigen „mit letzter“ Kraft die bereitstehenden
Jeeps und fahren auf direktem Wege zurück zum Hotel –
und alle sind gedanklich wohl schon bald am Duschen.
Im
Hotel angekommen ist aber noch kein sofortiges Duschen angesagt.
Zuerst wird nun das bereitstehende Trekkinggepäck wie
auch das im Hotel zurückgebliebene Restgepäck gefasst.
Wir haben kurz Zeit um das Gepäck im neu zugeteilten
Zimmer zu deponieren, evtl. an die Trägermannschaft abzugebende
Kleidungsstücke auszusortieren und schon ist wieder Treffpunkt
im Hotelgarten. Unsere
Trägermannschaft trifft auch schon wieder ein und Caroline
beginnt mit der Verabschiedungszeremonie. Zuerst werden die
Trinkgelder ausgezahlt, dann wird uns von den 31 Helfern das
Kilimanjarolied vorgetragen und weiter geht’s mit dem
Abschiedshandschlag von uns allen an alle Helfer. Zu guter
Letzt werden wir noch eingeladen zu einer Degustation des
einheimischen Bananenbieres. Wir fragen uns allerdings, was
dieses Getränkt mit Bier zu tun hat? Wir ordnen dieses
Getränk eher der Kategorie „Suure Most“ zu.
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Und
nun war es auch für uns soweit: Das Wasser wurde „freigeschalten“,
es konnte geduscht werden!
Unser
„Sieg über den Kibo“ wurde selbstverständlich
bis spät in die Nacht gefeiert. Zu fünft harrten
wir in der Hemingway-Bar bis zum bitteren Ende aus und konnten
uns erst so gegen 0400h vom Kilimanjaro-, Kibo- und Tusker-Bier
lösen.
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Ich
möchte ganz zum Schluss noch folgende Dankeschön aussprechen.
Nur dank bester Beratung und Organisation wurde für mich
das Kilimanjaroabenteuer auch Wirklichkeit. Mein
Dank geht an Kaufmann-Trekking und speziell an unsere Führerin
Caroline, für die tolle Organi-sation und Führung
vor Ort; mein Dank geht an die Gossauer Dorfapotheke (Herr
Dr. Chr. Timeus) für die kompetente reisemedizinische
Beratung - und mein Dank geht auch an die Crew im Sport Trend
Shop STS, Hinwil, für die Beratung hinsichtlich Ausrüstung
und Material.
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| Und
nun wirklich ganz zum Abschluss noch etwas Statistik über
unsere Leistung am Berg:
Total ca. 9'000 Höhenmeter
Total ca. 90 km Marschstrecke
Total ca. 42 Stunden effektive Marschzeit
(Mario Cometti, Grüt (Vers. 01.03.2004)
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Höhenprofile
(erstellt und mit Bewilligung von Max Graber, Kili Trekking
Frühjahr 2003)
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